Kremation (vom Lateinischen cremare „verbrennen“) ist eine Methode, bei der die Leichname Verstorbener verbrannt werden. Sie entstand erstmals in der späten Jungsteinzeit und Bronzezeit (3.–2. Jahrtausend v. Chr.). Die alten Griechen und Römer nutzten diese Methode weit verbreitet. In Japan, Indien und anderen Ländern Südostasiens wird die Kremation seit der Antike praktiziert. Die Kremation ist mit den Bestattungsriten des Buddhismus verbunden. In europäischen Ländern erklärte die Kirche die Kremation als schamanistisch, also als Brauch der „Ungläubigen“.
Darüber hinaus widerspricht die Kremation aus christlicher Sicht den biblischen Lehren über „Auferstehung“ und „Jenseits“.
Die Verbrennung von Leichnamen wurde in Europa erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder aufgenommen. Spezielle Krematorien wurden weit verbreitet (das erste wurde 1876 in Mailand gebaut). In Europa wird die Asche der Verstorbenen entweder beigesetzt oder in speziellen Urnen aufbewahrt.
Die Verbrennung des Leichnams in einem speziellen Ofen und die Beisetzung der Asche gilt bei vielen alten Völkern, darunter auch bei den alten Slawen, als „Bestattung durch Feuer“. Nach den islamischen Rechtsvorschriften ist die Kremation von Muslimen nicht erlaubt. Dies widerspricht der Heiligkeit des menschlichen Daseins. Im Koran sagt Allah, dass Er den Menschen über andere Geschöpfe erhoben hat.
وَلَقَدْ كَرَّمْنَا بَنِي آدَمَ وَحَمَلْنَاهُمْ فِي الْبَرِّ وَالْبَحْرِ وَرَزَقْنَاهُمْ مِنَ الطَّيِّبَاتِ وَفَضَّلْنَاهُمْ عَلَى كَثِيرٍ مِمَّنْ خَلَقْنَا تَفْضِيلا
„Wir haben den Kindern Adams Ehre erwiesen und sie auf dem Land und auf dem Meer getragen. Wir haben sie mit guten Dingen versorgt und sie über viele von denen, die Wir erschaffen haben, ausgezeichnet.“ [2]
Auch der Prophet (möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken) warnte davor, irgendein Lebewesen mit Feuer zu bestrafen. In einem anderen Hadith sagte der Prophet (möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken): „Einem Toten einen Knochen zu brechen ist wie ihn einem Lebenden zu brechen.“ [3] Das bedeutet, dass der Mensch Respekt verdient, egal ob er lebt oder gestorben ist.
Das Vorbild für die Bestattung wird im Koran in der Geschichte von Habil und Qabil beschrieben. Nach den Vorschriften der Scharia wird der Verstorbene beerdigt. Die Verbrennung von Toten widerspricht den Grundsätzen unserer Religion.
Abteilung für Scharia und Fatwa des Muftirats
<p>[1] „Dschanaza und Bestattungsriten“, S. 114, Astana 2018</p>
<p>[2] Sure „Al-Isra“, Vers 70</p>
<p>[3] Überliefert von Ibn Madscha</p>
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