An gesegneten Tagen und Nächten gibt es keine spezielle Gottesdienstform, die als obligatorisch oder verpflichtend gilt. In authentischen Quellen gibt es keinen Überlieferungsbericht über ein besonderes freiwilliges Gebet, das speziell für den Monat Muharrem verrichtet werden soll.
Für diejenigen, die Nachholgebete zu verrichten haben, ist es angebracht, diese an gesegneten Tagen und Nächten vorzuziehen. Auch das Lesen und Verstehen des Korans, das Nutzen religiöser Werke sowie das Gedenken an Gott und das Sprechen von Segenswünschen für den Propheten sollten nicht vernachlässigt werden.
Das Fasten im Monat Muharrem ist jedoch empfohlen (mustahabb). Es kann zu Beginn, am Ende oder in der Mitte dieses Monats, also am 13., 14. und 15. Tag, oder am 9., 10. oder 10. und 11. Tag gefastet werden.
Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: „Das verdienstvollste Fasten nach dem Ramadan ist das Fasten im Monat Allahs, dem Muharrem. Das verdienstvollste Gebet nach den Pflichtgebeten ist das Nachtgebet.“ (Muslim, Sıyâm, 202-203 [1163])
Der zehnte Tag des Monats Muharrem wird als Aschura-Tag bezeichnet. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: „Ich hoffe, dass das Fasten am Tag von Aschura die (kleinen) Sünden des vergangenen Jahres sühnt.“ (Muslim, Sıyâm, 196-197 [1162]) und empfahl seiner Gemeinschaft, an diesem Tag zu fasten. Über das Fasten am Tag von Aschura berichtet Ibn Abbas (r.a.): „Als der Gesandte Allahs (s.a.s.) nach Medina kam, sah er, dass die Juden am Tag von Aschura fasteten. Er fragte sie: ‚Was ist das (warum fastet ihr an diesem Tag)?‘ Sie sagten: ‚Das ist ein rechtschaffener (guter) Tag. An diesem Tag rettete Allah die Kinder Israels vor ihren Feinden. (Aus Dankbarkeit) fastete Musa an diesem Tag.‘ Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: ‚Ich stehe Musa näher als ihr‘, und so fastete er an diesem Tag und empfahl auch den Muslimen, an diesem Tag zu fasten.“ (Buhârî, Savm, 69 [2004]; Muslim, Sıyâm, 127-128 [1130])
Da die Juden zur Zeit des Propheten (s.a.s.) nur am 10. Tag (Aschura) des Monats Muharrem fasteten, empfahl der Prophet (s.a.s.), einen Tag davor oder danach hinzuzufügen, damit das Fasten sich von dem der Juden unterscheidet. In einigen Überlieferungen wird auch empfohlen, sowohl einen Tag davor als auch einen Tag danach zu fasten, also insgesamt drei Tage. (Bezzâr, el-Müsned, 11/399 [5238]; Beyhakî, es-Sünenü’l-kübrâ, 4/475 [8406]) Daher ist es beim Fasten am Aschura-Tag wichtig, diesen Tag nicht allein zu fasten. Es ist möglich, entweder einen Tag davor oder danach hinzuzufügen und somit zwei Tage zu fasten, oder beide Tage hinzuzufügen und insgesamt drei Tage zu fasten.
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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