Der Begriff „Mihrab“ bezeichnet eine Nische oder Markierung in der Moschee, die die Gebetsrichtung (Qibla) anzeigt und den Platz des Imams während des Gebets kennzeichnet. Das Wort „Mihrab“ wird im Koran an vier Stellen erwähnt: in den Versen 37-39 der Sure Al-Imran, im Vers 11 der Sure Maryam und im Vers 21 der Sure Sad.
Es gibt keine eindeutigen Berichte darüber, dass der erste Mihrab bereits zur Zeit des Propheten (оған Алланың салауаты мен сәлемі болсын) existierte. Historiker berichten jedoch, dass der erste Mihrab von Kalif Uthman ibn Affan (Алла оған разы болсын) eingeführt wurde. Damals diente er als Markierung an der Wand, um die Qibla zu bestimmen. Die heute bekannten Mihrabs (als Nische in der Wand) wurden erstmals unter dem Kalifen Walid ibn Abd al-Malik aus der Umayyaden-Dynastie durch den Statthalter von Medina, Umar ibn Abd al-Aziz, eingeführt (Wafa' al-Wafa bi Akhbar al-Mustafa, as-Samhudi).
Der ägyptische Autor Ahmad Fikri berichtet: „Der erste Mihrab wurde im Jahr 50 nach der Hidschra von dem berühmten Feldherrn und Tabi'in Uqba ibn Nafi' beim Bau der Kairouan-Moschee errichtet, um die Qibla zu kennzeichnen“ [1] (Hukm as-Salat fi al-Mihrab baina al-Jawaz wa al-Irtib).
Das Anbringen eines Mihrabs in der Moschee hat für Muslime mehrere praktische Gründe. Dazu gehören: die Bestimmung der Qibla, die Festlegung des Platzes des Imams, die Vermeidung, dass die Gemeinde sich auf gleicher Höhe mit dem Imam aufstellt, und die bessere Hörbarkeit der Stimme des Imams.
In den Grundlagen der Scharia wird der Mihrab durch das Prinzip der masalihul mursala (allgemeines Wohl) legitimiert. Das bedeutet: Wenn eine Handlung für die Muslime nützlich ist und keinen Schaden verursacht, kann sie nicht als von der Scharia verboten betrachtet werden. Außerdem hilft der Mihrab, Moscheen von anderen Gebäuden zu unterscheiden. Im Koran heißt es:
„Jedes Mal, wenn Zakariya zu ihr in den Mihrab (Gebetsnische) trat, fand er bei ihr Versorgung vor.“ (Sure Al-Imran, Vers 37)
Das Wort „Mihrab“ in diesem Vers bedeutet auch einen besonderen Ort für Gottesdienst.
In der islamischen Geschichte war der erste Mihrab nicht wie heute eine Nische, sondern eine gerade Markierung an der Nordwand der Moschee. Im Koran heißt es:
„Wir sehen, wie du (o Muhammad) dein Gesicht immer wieder zum Himmel wendest. Wir werden dich gewiss einer Qibla zuwenden, mit der du zufrieden sein wirst. Wende also dein Gesicht in Richtung der Heiligen Moschee. Und wo immer ihr seid, wendet eure Gesichter in ihre Richtung!“ (Sure Al-Baqara, Vers 144)
Nach der Offenbarung dieses Verses wurde die Gebetsrichtung vom Felsendom (Aqsa-Moschee) zur Heiligen Moschee (Mekka) im Süden geändert. Im Jahr 88 nach der Hidschra ließ Kalif Walid ibn Abd al-Malik die Moschee des Propheten (оған Алланың салауаты мен сәлемі болсын) in Medina vollständig renovieren, wobei der Mihrab als Nische gestaltet wurde. Seitdem werden Mihrabs in allen Moscheen als Nische gebaut. Sie sind meist halbkreisförmig oder halbmondförmig, manchmal auch rechteckig, und oft mit kunstvollen Ornamenten und bunten Steinen verziert.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Aufstellen eines Mihrabs ist aus schariarechtlicher Sicht erlaubt. Schon zu Zeiten der Tabi'in und der großen muslimischen Gelehrten wurden Mihrabs in Moscheen gebaut, und niemand hat sich dagegen ausgesprochen.
Hasan AMANKUL
„Munara“-Zeitung, Nr. 18, 2023
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