Im Koran wird weder der Imam Mahdi noch sein Kommen erwähnt. Allerdings haben Hadith-Gelehrte wie Abu Dawud, Tirmidhi, Ibn Madscha, Tabarani, Abu Ya'la, Bazzaz, Ahmad ibn Hanbal von bedeutenden Sahaba mehrere Überlieferungen über den Imam Mahdi berichtet. In einigen wird sein Name ausdrücklich genannt, in anderen nur angedeutet. Einige Gelehrte wie Ibn Khaldun betrachteten diese Überlieferungen als schwach.
In religiösen Quellen wird Folgendes berichtet: „Wenn das Ende der Zeit naht, wird Imam Mahdi in Mekka und Medina erscheinen. Nach dem Tod eines Kalifen kommt es unter den Muslimen zu Unruhen. Ein Mann aus Medina flieht nach Mekka. Eine Gruppe aus Mekka empfängt ihn und leistet ihm zwischen Rukn und Maqam den Treueeid, auch wenn er es selbst nicht möchte. Dieser Mann ist der Imam Mahdi.
Er wird aus der Familie unseres Propheten (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) stammen, nämlich aus der Nachkommenschaft von Imam Hasan, dem Sohn von Hazrat Ali und Fatima (möge Allah mit ihnen zufrieden sein). Das Wort „Mahdi“ (المهدي) bedeutet „der Rechtgeleitete und derjenige, der andere auf den rechten Weg führt“.
Gegen Imam Mahdi wird ein Heer aus der Region Scham entsandt. Zwischen Mekka und Medina wird die Erde dieses Heer verschlingen. Nachdem diese Nachricht bekannt wird, kommen die Vornehmen aus Scham und Irak und leisten Imam Mahdi die Gefolgschaft.
Später geht er zur Al-Aqsa-Moschee. Zu dieser Zeit erscheint auch der Dajjal. Dann wird der Prophet Isa (möge Allahs Frieden auf ihm sein) an das östliche Minarett von Damaskus in der Region Scham herabsteigen. Auch er kommt, um gegen den Dajjal zu kämpfen. Gemeinsam töten sie den Dajjal. Wenn sie zusammen das Gebet verrichten, bittet der Prophet Isa Imam Mahdi, das Gebet zu leiten (Scharh Kitab al-Fiqh al-Akbar, S. 191-192).
Imam Mahdi wird unter den Menschen die Sunna unseres Propheten (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) verbreiten. So wird der Islam vollständig auf der Erde etabliert. Imam Mahdi wird ein großzügiger Mensch sein. Er verteilt allen Besitz an die Menschen, ohne ihn zu zählen. Er wird sieben Jahre lang Kalif sein. Nach seinem Tod verrichten die Muslime das Totengebet für ihn.“
Die Vertreter der Ahl as-Sunna wa-l-Dschama'a glauben an das Erscheinen des Imam Mahdi. Wer sein Erscheinen leugnet, gilt jedoch nicht als Ungläubiger.
Vorbereitet von Hasan AMANKUL,
„Minaret“-Zeitung, Nr. 22, 2021
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