Die Monate des islamischen Mondkalenders sind, wie der Name schon sagt, Monate, deren Beginn und Ende sich nach den Bewegungen des Mondes richten. Da das Fasten im Monat Ramadan gehalten wird und der Ramadan jedes Jahr nach dem Mondkalender wechselt, muss zunächst festgestellt werden, wann der Ramadan beginnt, um mit dem Fasten beginnen zu können. Der Prophet Muhammad (s.a.s.) sagte: „Beginnt mit dem Fasten, wenn ihr den (Ramadan-)Neumond seht, und feiert das Fest, wenn ihr den (Schawwal-)Neumond seht. Wenn der Himmel bewölkt ist, dann vollendet den laufenden Monat zu dreißig Tagen.“ (Muslim, Sıyâm, 19-20 [1081]; vgl. Bukhârî, Savm, 5, 11 [1900, 1909]).
Auf den ersten Blick erweckt dieses Hadith den Eindruck, dass man mit dem Fasten und dem Fest erst beginnen darf, wenn man den Neumond mit bloßem Auge gesehen hat. Betrachtet man jedoch andere Überlieferungen zu diesem Thema, wird deutlich, dass diese Hadithe die am besten geeignete Methode unter den damaligen Bedingungen lehren wollten. So weist der Prophet Muhammad (s.a.s.) in einer Überlieferung darauf hin, dass man zur Bestimmung des Monatsanfangs auch die Berechnungsmethode heranziehen kann: „Wir sind ein ungebildetes Volk; wir können weder rechnen noch schreiben. Was wir wissen, ist, dass der Monat entweder 29 oder 30 Tage hat.“ (Bukhârî, Savm, 13 [1913]; Muslim, Sıyâm, 15 [1080]).
Ob der Neumond nun mit bloßem Auge gesehen wird oder nicht, der Mond setzt seine gewohnten Bewegungen fort. Im Koran wird erwähnt, dass Sonne und Mond nach einer Berechnung laufen (ar-Rahmân, 55/5), dass sie – neben anderen Funktionen – auch als Maß für die Berechnung dienen (al-An‘âm, 6/96), dass dem Mond Stationen zugewiesen wurden, damit wir die Zahl der Jahre und die Berechnung kennen (Yûnus, 10/5), dass bei der Erschaffung von Himmel und Erde ein System mit zwölf Monaten festgelegt wurde (at-Tawba, 9/36), und dass die verschiedenen Phasen des Mondes, die auf der Erde als Sichel erscheinen, für die Menschen und für die Pilgerzeit als Zeitmaß dienen (al-Baqara, 2/189).
Dementsprechend hat der Prophet Muhammad (s.a.s.) das Beobachten des Neumondes nicht deshalb empfohlen, weil es die einzige Methode zur Bestimmung des Monatsanfangs ist, sondern weil es unter den damaligen Bedingungen die zuverlässigste Methode war. Das Ziel der Beobachtung des Neumondes ist es, festzustellen, ob der Monat Ramadan begonnen hat oder nicht. Daher ist es auch möglich, andere Methoden zu nutzen, die uns zu diesem Ziel führen, außer der bloßen Sichtung des Neumondes.
Heutzutage bietet der technologische Fortschritt der Menschheit die Möglichkeit, selbst die kleinsten Details der Mondbewegungen zu verfolgen. Es ist sogar möglich geworden, Kalender zu erstellen, die die Gebetszeiten für mehrere Jahre im Voraus auf Grundlage präziser astronomischer Berechnungen angeben. Daher ist es legitim, den Beginn der Mondmonate durch die Berechnungsmethode zu bestimmen.
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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