Obwohl das Wesen und die Art des bösen Blicks nicht mit Sicherheit bekannt sind, wird im Islam anerkannt, dass einige Menschen durch ihren Blick negative Auswirkungen verursachen können. In einem Hadith heißt es: „Sucht Zuflucht bei Allah vor dem bösen Blick, denn der böse Blick ist wahr.“ (Ibn Madscha, Tıb, 32 [3508]). Es wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) gegen den bösen Blick die Verse Âyetü’l-kürsî sowie die Suren Ihlas und Muawwizeteyn (Falaq, Nas) rezitierte, seinen Gefährten dies ebenfalls empfahl und direkt zu Allah (c.c.) betete, um vor dem bösen Blick geschützt zu werden. (vgl. Buhari, Tıb, 32-38 [5735-5742]; Tirmidhi, Tıb, 16 [2058]; Ibn Madscha, Tıb, 32-36 [3508-3525]; Kâmil Miras, Tecrîd Tercemesi, 12/90)
Nach der Befolgung der Empfehlungen des Propheten Muhammad (s.a.s.) in Bezug auf den bösen Blick ist es ein Erfordernis des islamischen Glaubens, das Ergebnis von Allah zu erwarten. Im Islam sind Einstellungen, Verhaltensweisen und Überzeugungen, die die letztendliche Wirkung jemand anderem als Allah zuschreiben, verboten. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, einen Nazar-Amulett oder ähnliche Gegenstände mit der Erwartung von Nutzen um den Hals oder an einem anderen Ort zu tragen. Über diejenigen, die so handeln, sagte der Gesandte Allahs (s.a.s.): „Wer einen Amulett trägt, möge Allah sein Werk nicht vollenden.“ (Ahmad b. Hanbal, el-Müsned, 4/154 [17440]). In einem anderen Hadith wird erklärt, dass jemand, der einem Amulett eine schützende Wirkung zuschreibt, Allah einen Partner beigesellt. (Ahmad b. Hanbal, el-Müsned, 4/156 [17458]) Um sich vor dem bösen Blick zu schützen, sollte man solche Aberglauben aufgeben und die vom Propheten gelehrten Bittgebete sprechen. (vgl. Buhari, Tıb, 32-38 [5735-5742]; Tirmidhi, Tıb, 16 [2058]; Ibn Madscha, Tıb, 32-36 [3508-3525]; Kâmil Miras, Tecrîd Tercemesi, 12/90) In diesem Zusammenhang sollte neben den Suren Falaq und Nas auch folgendes Bittgebet gesprochen werden, das der Prophet (s.a.s.) für seine Enkelkinder sprach: „Ich suche Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allahs vor jedem Teufel, jedem giftigen Tier und jedem neidischen Blick.“ (Buhari, Ehâdîsü’l-enbiyâ, 10 [3371])
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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