In den letzten Jahren sind in unserer Gesellschaft Bräuche aufgekommen, die zuvor unbekannt waren. Einer davon ist die sogenannte Gender Party, bei der eine schwangere Frau oder enge Freunde der Familie das Geschlecht des ungeborenen Kindes dem zukünftigen Vater als Überraschung mitteilen.
Nachdem das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung, also das Geschlecht des Kindes, bekannt ist, kann die Frau es auf verschiedene Weise mitteilen. Die frohe Botschaft wird zum Beispiel durch die Farbe eines Ballons, die Farbe einer Torte oder andere versteckte Gegenstände überbracht. Es gibt sogar spezielle Dienstleister, die solche Feiern organisieren.
Im Koran heißt es: „Allah weiß, was jedes weibliche Wesen trägt, was die Gebärmütter vermindern und was sie mehren. Und alles ist bei Ihm nach Maß.“ (Sure ar-Ra'd, 8. Vers)
Heutzutage ist es zwar möglich, das Geschlecht des ungeborenen Kindes durch Ultraschall zu bestimmen. Doch wie das Kind zur Welt kommt und wie es später leben wird, weiß nur Allah allein.
Der Gesandte Allahs (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) sagte: „Die Schlüssel zum Verborgenen sind fünf. Niemand kennt sie außer Allah: Was morgen sein wird, was eine Frau gebären wird, wann es regnen wird, wo jemand sterben wird und wann die Stunde (des Jüngsten Gerichts) kommt – das weiß nur Allah.“ (Bukhari) Daher gilt es als unangebracht, sich im Voraus zu freuen und für ein ungeborenes Kind eine Feier zu veranstalten.
Zweitens: Wer eine Handlung begeht, die weder von der Scharia erwähnt noch von unserer Religion geboten ist, öffnet damit der Bid'a (unerlaubten Neuerung/Sünde) die Tür.
Drittens: Wer unnötig Geld ausgibt und eine nutzlose Versammlung veranstaltet, handelt verschwenderisch.
Viertens: Wer die Bräuche einer gottlosen Gesellschaft nachahmt, läuft Gefahr, in die Irre zu gehen.
Fünftens: Nach traditionellem Brauch wurde eine schwangere Frau möglichst vor bösen Blicken und Gerede geschützt, und es galt als schamhaft, ihren Zustand öffentlich zu machen.
Hasan AMANKUL,
„Munara“-Zeitung, Nr. 20, 2020
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