An den Glauben an das Schicksal (Kader) und die göttliche Bestimmung (Kaza) zu glauben, gehört zu den Grundsätzen des Glaubens. Dennoch können Menschen sich nicht durch das Schicksal entschuldigen und sich so ihrer Verantwortung entziehen. Es ist weder angemessen, eine Sünde zu begehen, indem man sagt: „Allah hat es so geschrieben, das ist mein Schicksal, was soll ich tun?“, noch ist es richtig, sich nach einer begangenen Sünde durch das Schicksal als unschuldig zu betrachten.
Der Mensch ist derjenige, der die Handlungen, die Verantwortung mit sich bringen, willentlich begeht, aber er ist nicht der Schöpfer; denn das Erschaffen ist allein Allah (c.c.) vorbehalten. Im Koran heißt es: „Allah ist der Schöpfer aller Dinge.“ (al-An‘am, 6/102). Dass Allah der Schöpfer von allem ist, sollte uns nicht dazu verleiten, unsere schlechten und falschen Taten Allah zuzuschreiben und uns so der Verantwortung zu entziehen. Das wäre ein Missbrauch des Glaubens an das Schicksal. Außerdem widerspricht es dem islamischen Verständnis von Schicksal, sich auf das Schicksal und die göttliche Bestimmung zu verlassen und deshalb die Arbeit einzustellen, die notwendigen Mittel für ein positives Ergebnis oder zur Vermeidung negativer Folgen nicht zu ergreifen und keine Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Denn Allah hat alles an bestimmte Ursachen geknüpft. Wenn der Mensch diese Ursachen erfüllt, erschafft Allah (c.c.) auch das Ergebnis dieser Ursachen. Dies ist ein göttliches Gesetz und das Schicksal.
Zusammenfassend ist es nicht richtig, wenn Menschen in Angelegenheiten, die in ihren Verantwortungsbereich fallen, sagen: „Was soll ich tun, das ist mein Schicksal.“ Da der Mensch in dem Bereich, für den Allah ihm Verantwortung auferlegt hat, frei gelassen wurde, wird er für seinen Glauben und seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden.
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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