Dschinn sind Geschöpfe Gottes, ähnlich wie Menschen und Engel. Sie werden in gute und schlechte Dschinn unterteilt. Die guten (muslimischen) Dschinn haben dem Gesandten Allahs (صلى الله عليه وسلم) versprochen: „Wir fügen den Menschen keinen Schaden zu, aber wenn ein Mensch uns unwissentlich belästigt, können wir uns rächen.“ Die schlechten (ungläubigen) Dschinn hingegen versuchen, den Menschen auf verschiedene Weise zu schaden.
Der Begriff „Schaitan“ bezeichnet einen Dschinn, der „abgewiesen“ oder „grenzenüberschreitend“ ist. Dschinn und Schaitan halten sich oft in Wüsten oder an unreinen Orten auf. Bei Sonnenuntergang verbreiten sie sich auf der Erde. Deshalb hat unser Prophet (صلى الله عليه وسلم) geraten:
„Haltet eure Kinder bei Sonnenuntergang in eurer Nähe! Denn zu dieser Zeit verbreiten sich die Schaitane auf der Erde. Nach Einbruch der Nacht könnt ihr sie (die Kinder) wieder hinauslassen.“ (Bukhari, Muslim).
Nach der Meinung der meisten Gelehrten können Dschinn jedem Menschen nahekommen, ihn berühren oder sogar in ihn eindringen und in seinem Körper verweilen. Im Koran heißt es:
„Diejenigen, die Zins nehmen, stehen nicht anders auf als einer, den der Schaitan durch Wahnsinn zu Boden geschlagen hat.“ (Sure al-Baqara, Vers 275).
Mit „wahnsinnig“ ist hier nicht gemeint, dass der Dschinn nur berührt hat, sondern dass er in den Menschen eingedrungen ist und ihn beeinflusst. Es gibt viele Wege, wie ein Dschinn einen Menschen treffen kann, und keine eindeutigen Anzeichen. Die Ursachen sind vielfältig: zum Beispiel schmutziges Wasser vor die Tür gießen, im Freien übernachten, auf Müll treten, Tierknochen treten, Sünden begehen oder verzaubert werden – all das kann dazu führen, dass ein Dschinn einen Menschen trifft.
Unangemessenes Lachen oder Weinen, innere Ablehnung beim Hören des Korans, geistige Verwirrung, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit oder der Aufenthalt an unreinen Orten sind typische Anzeichen für einen Menschen, der von einem Dschinn betroffen ist.
Doch auch wenn ein Dschinn in einen Menschen eindringen kann, heißt das nicht, dass er alles kann und man sich vor ihm fürchten muss. Vielmehr sollte ein Muslim Wege suchen, sich vor dem Schaden von Dschinn und Schaitan zu schützen.
Das Gedenken an Allah und das Rezitieren von Dhikr sind die stärksten und sichersten Mittel gegen Dschinn und Schaitan. Besonders das Rezitieren der Suren al-Fatiha, al-Kafirun, al-Ikhlas, al-Falaq, an-Nas sowie des Thronverses (Ayat al-Kursi) ist sehr nützlich. Außerdem sollte man auf Allah vertrauen, bei allen Handlungen aufrichtig auf Ihn bauen, beim Essen بسم الله sagen, die rituelle Waschung (Wudu) einhalten, sich reinigen und sich selbst mit Gebeten schützen. Ebenso empfiehlt es sich, morgens und abends die vom Propheten (صلى الله عليه وسلم) überlieferten Sunna-Bittgebete zu sprechen, um sich vor Dschinn zu schützen.
Im Koran heißt es:
„Über meine Diener hast du keine Macht. Nur über die, die dir folgen, die Irrenden.“ (Sure al-Hidschr, Vers 42).
Das bedeutet, dass der Schaitan sich einem Menschen, der Allah gedenkt und Ihm dient, nicht nähern kann.
Der Prophet (صلى الله عليه وسلم) hat für seine Enkel Hasan und Husain gebetet, damit Allah sie vor dem Schaden von Schaitan, giftigen Tieren und dem bösen Blick schützt (Bukhari).
Hasan AMANKUL,
Stellvertretender Leiter der Abteilung für Scharia und Fatwa,
„Munara“-Zeitung, Nr. 15, 2020
Dieser Inhalt wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von einer Redaktion geprüft.