Die Unterschiede in der Praxis darüber, wie oft die Sätze der Iqama rezitiert werden sollen, ergeben sich aus verschiedenen Überlieferungen vom Propheten Muhammad (s.a.s.) zu diesem Thema.
Neben der hanafitischen Rechtsschule vertreten auch andere Gelehrte wie Sufyan al-Thawri und Ibn al-Mubarak die Ansicht, dass die Sätze des Adhan und der Iqama – mit Ausnahme der viermal gesprochenen Takbir am Anfang – jeweils zweimal rezitiert werden sollten. Als Beleg führen sie den Traum von Abdullah b. Zayd an, in dem ihm der Adhan und die Iqama gezeigt wurden und der vom Propheten Muhammad (s.a.s.) bestätigt wurde. In den Überlieferungen zu diesem Traum wird berichtet, dass der Takbir am Anfang von Adhan und Iqama viermal und die übrigen Sätze jeweils doppelt gesprochen wurden. Sie führen auch folgende Überlieferung als Beweis an: „Im Adhan und in der Iqama des Gesandten Allahs (s.a.s.) wurden die Sätze jeweils doppelt gesprochen.“ (Tirmizî, Salât, 142 [194]; vgl. Shaybânî, al-Āthār, 1/105 [62]; Sarakhsi, al-Mabsut, 1/128; Ibn Abidin, Radd al-Muhtar, 1/388)
Nach den schafiitischen und hanbalitischen Rechtsschulen werden beim Adhan – wie oben beschrieben – die ersten Takbir viermal und die übrigen Sätze jeweils zweimal gesprochen. Bei der Iqama hingegen werden nach diesen Rechtsschulen der Takbir am Anfang, der Satz „qad qāmati’s-salāt“ und die Takbir am Ende jeweils zweimal, die übrigen Sätze jeweils einmal gesprochen. Nach der malikitischen Rechtsschule werden in der Iqama nur die Takbir zweimal, die übrigen Sätze jeweils einmal gesprochen. (Nawawi, al-Majmū‘, 3/91-94) Die Vertreter dieser Ansicht stützen sich auf folgende Überlieferung: „Der Gesandte Allahs (s.a.s.) befahl Bilal, die Sätze beim Adhan jeweils zweimal und bei der Iqama jeweils einmal zu sprechen.“ (Bukhari, Adhan, 2-3 [605, 607]; Muslim, Salat, 2-3, 5 [378])
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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