Im Islam werden die heiligen Tage, Nächte und Monate nach dem Mondkalender bestimmt. Diese Zeitrechnung richtet sich nach den Mondphasen. Mit dem Erscheinen des neuen Mondes (һиләл) beginnt ein neuer Monat. Ein Mondmonat dauert entweder 29 oder 30 Tage.
Die muslimische Zeitrechnung beginnt mit der Auswanderung unseres Propheten (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) von Mekka nach Medina. Der Anlass dafür war ein Briefwechsel zwischen Umar ibn al-Khattab (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und Abu Musa al-Ash'ari (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dem Gouverneur von Basra. Abu Musa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) schrieb an Umar (möge Allah mit ihm zufrieden sein): „Ich habe deinen Brief erhalten, aber es steht kein Datum darauf.“
Daraufhin beriet sich der zweite Kalif Umar ibn al-Khattab (möge Allah mit ihm zufrieden sein) mit anderen Gefährten darüber, ab wann der islamische Kalender beginnen solle. Nach verschiedenen Meinungen einigte man sich darauf, die Zeitrechnung mit dem Jahr der Auswanderung des Propheten (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) von Mekka nach Medina zu beginnen. So entstand die Hijra-Zeitrechnung.
Da der islamische Kalender nach dem Mond und nicht nach der Sonne berechnet wird, unterscheidet er sich deutlich vom gregorianischen Kalender. Deshalb ist das islamische Jahr in manchen Jahren um 10, in anderen um 11 Tage kürzer. Aus diesem Grund fallen islamische Feiertage jedes Jahr auf unterschiedliche Tage des gregorianischen Kalenders.
Der islamische Kalender besteht aus 12 Monaten und umfasst etwa 354 oder 355 Tage. Im Koran heißt es dazu:
„Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah ist zwölf, wie es im Buch Allahs (in der wohlverwahrten Tafel) am Tag, als Er die Himmel und die Erde erschuf, festgelegt ist.“ (Sura at-Tauba, Vers 36).
Der Monat Muharram, der auf die heiligen Pilgermonate folgt, ist der erste Monat der Hijra-Zeitrechnung. Mit dem Monat Muharram beginnt das neue Jahr im islamischen Kalender. Während im Sonnenkalender der neue Tag nach Mitternacht beginnt, startet im Mondkalender der neue Tag nach Sonnenuntergang. Allah sagt im Koran:
„Allah hat die Nacht zur Ruhe und die Sonne und den Mond zur Berechnung der Zeit erschaffen.“ (Sura al-An'am, Vers 96).
Die Hijra-Zeitrechnung ermöglicht es, religiöse Feste wie den Beginn des Ramadan, das Fasten und das Opferfest genau zu bestimmen. Die muslimische Zeitrechnung ist weltweit einheitlich und sorgt für eine gemeinsame Zeitordnung in der muslimischen Gemeinschaft.
Medet KURMASHULY
„Iman“-Magazin, Nr. 12, 2024
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