Es entspricht der Sunna, die im Gebet rezitierten Verse und Suren in der Reihenfolge des Mushaf zu lesen. Nachdem eine Sure oder ein Vers rezitiert wurde, ist es geringfügig verpönt (tenzîhen mekruh), anschließend eine vorhergehende Sure oder einen vorhergehenden Vers zu lesen. Dies macht das Gebet jedoch nicht ungültig und erfordert auch keine Vergessensprostration (sehiv secdesi). (Ibn Âbidîn, Reddü’l-muhtâr, 1/546) Die hier gemeinte Reihenfolge ist im Grunde eine Anforderung der Rezitation (tilavet), nicht des Gebets selbst. Dies basiert auf der Annahme, dass die Reihenfolge der Suren und Verse nicht von Menschen, sondern durch die Anweisung des Propheten Muhammad (s.a.s.) festgelegt wurde. Unter den islamischen Gelehrten besteht Einigkeit darüber, dass die Reihenfolge der Verse innerhalb der Suren verbindlich (tevkîfî) ist. Hinsichtlich der Reihenfolge der Suren untereinander besteht jedoch keine Einigkeit. Daher gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, ob die Suren im Gebet in der Reihenfolge rezitiert werden müssen. In der hanafitischen Rechtsschule wird es als angemessen angesehen, sowohl bei den Versen als auch bei den Suren die Reihenfolge einzuhalten und entsprechend zu rezitieren. Es wird darauf hingewiesen, dass Vorfälle wie die, in denen der Prophet Muhammad (s.a.s.) im Nachtgebet zuerst die Sure Nisâ und dann die Sure Âl-i Imrân rezitierte, zu einer Zeit stattfanden, als die Reihenfolge der Suren noch nicht festgelegt war. (Nevevî, Şerhu Müslim, 6/61-62)
Auch das Überspringen nur einer Sure oder eines Verses beim Voranschreiten im Gebet wird als geringfügig verpönt angesehen. Wenn in der nächsten Gebetseinheit (Rek‘a) aus einer späteren Sure rezitiert werden soll, ist es angemessen, mindestens zwei Verse oder zwei Suren zu überspringen.
Einige Gelehrte vertreten die Ansicht, dass das Nicht-Einhalten der Reihenfolge nur in den Pflichtgebeten (farz) geringfügig verpönt ist, in den freiwilligen Gebeten (nâfile) jedoch nicht. (Ibn Âbidîn, Reddü’l-muhtâr, 1/546) Die Gegenmeinung wird damit begründet, dass der Prophet Muhammad (s.a.s.), als er hörte, dass Bilâl (r.a.) im Gebet von einer Sure zur anderen sprang, ihm sagte: „Rezitiere die Suren wie sie sind“ (Ibn Ebî Şeybe, el-Musannef, 2/264 [8818], 6/151 [30259]).
Zusammenfassend ist das Nicht-Einhalten der Reihenfolge von Suren und Versen im Gebet geringfügig verpönt. Dies stellt jedoch keinen Mangel dar, der das Gebet ungültig machen oder eine Wiederholung erforderlich machen würde.
Quelle: T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı, Din İşleri Yüksek Kurulu
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