Das Opfern eines Tieres (Qurban) ist eine gottesdienstliche Handlung, die dem Menschen im Jenseits große Belohnung und Lohn bringt.
Unser Prophet (möge Allahs Segen und Frieden auf ihm sein) sagte:
ما عمل ابن آدم يوم النحر أحب إلى الله من إهراق الدم، وإنه ليؤتى يوم القيامة بقرونها وأشعارها وأظلافها، وإن الدم ليقع من الله بمكان قبل أن يقع بالأرض، فطيبوا بها نفسا
„Am Tag des Opferfestes hat der Mensch keine Tat, die Allah lieber ist, als das Vergießen von Blut (das Opfern eines Tieres). Das geopferte Tier wird am Tag der Auferstehung mit seinen Hörnern, Haaren und Klauen erscheinen. Das Blut des Tieres erreicht bei Allah einen hohen Rang, noch bevor es den Boden berührt. Opfert daher mit frohem Herzen.“ [1]
In einem weiteren Hadith heißt es:
بكل شعرة حسنة
Für jedes einzelne Haar des geopferten Tieres wird eine Belohnung geschrieben. [2]
Das Opfern eines Tieres ist ein Ausdruck der Dankbarkeit für die Gaben Allahs. Die Gaben Allahs sind so zahlreich, dass man sie nicht zählen kann. Allah sagt im Koran:
وَإِنْ تَعُدُّوا نِعْمَةَ اللَّهِ لا تُحْصُوهَا
„Wenn ihr die Gaben Allahs aufzählen wolltet, könntet ihr sie nicht erfassen.“ [3] Glaube, Gottesdienst, Hören, Sehen, Besitz, Kinder – all das sind Gaben Allahs. Damit diese Gaben weiterhin bestehen, ist es notwendig, Dankbarkeit zu zeigen. Eine Möglichkeit, Dankbarkeit zu zeigen, besteht darin, von seinem Besitz auf dem Weg Allahs zu spenden. Das Opfern eines Tieres ist eine Form des Dankes an Allah.
Durch das Opfern eines Tieres lernen wir, Allahs Geboten zu gehorchen und Geduld zu üben. Wenn wir an die Geschichte von Ibrahim und Ismail denken, die Allahs Befehl gehorchten und standhaft blieben, erkennen wir, dass ihre Hingabe und Liebe zu Allah über allem stand. Das motiviert uns, Allahs Geboten zu folgen und geduldig zu sein.
Das Verteilen des Opferfleisches an die Familie, Verwandte, Nachbarn, Freunde und Bedürftige stärkt die Liebe und das Mitgefühl unter den Muslimen. Indem man von seinem Besitz gibt und Bedürftigen hilft, ersetzt man schlechte Eigenschaften durch Tugenden wie Brüderlichkeit, Großzügigkeit und Bescheidenheit. Solche Taten werden in unserer Religion empfohlen und gelten als gute Werke.
[1] Überliefert von Tirmidhi.
[2] Ibn Madscha, Nr. 3118.
[3] Sure Ibrahim, Vers 34.
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