In unserer Scharia ist es erlaubt, Ruqya (heilende Rezitation) zu praktizieren, wenn jemand vom "bösen Blick" getroffen wurde, von Magie betroffen ist, von einem Dschinn befallen wurde, sich erschreckt oder Angst hat, krank ist, den Verstand verliert oder aus anderen Gründen Heilung sucht. Der böse Blick, Magie und der Einfluss von Dschinn sind Realität. Dies wird sowohl im Koran als auch in den Hadithen des Propheten (صلى الله عليه وسلم) erwähnt. Das Rezitieren von Koranversen und Bittgebeten als Ruqya ist eine Sunna des Gesandten Allahs (صلى الله عليه وسلم) und eine Praxis, die er seiner Umma beigebracht hat.
Das Ritual der Ruqya wird auf Arabisch „ruqya“ genannt. Dabei werden Koranverse und Bittgebete aus den Hadithen des Propheten (صلى الله عليه وسلم) über sich selbst oder über andere rezitiert. Zum Beispiel kann man die Suren „al-Fatiha“, „Ya-Sin“, „al-Ikhlas“, „al-Falaq“, „an-Nas“ und „Ayat al-Kursi“ sowie andere Suren und Verse rezitieren.
Eine der Besonderheiten des Korans ist, dass er Heilung für die Seele und Medizin für Krankheiten ist. Der Koran wird nicht nur für Verstorbene rezitiert; auch Kranke können Koranverse als Heilmittel lesen.
In Sure al-Isra, Vers 82 heißt es: „Und Wir senden vom Koran herab, was für die Gläubigen Heilung und Barmherzigkeit ist.“
Aus diesem Vers erkennen wir die heilende Eigenschaft des Korans. Der Prophet (صلى الله عليه وسلم) hat die Suren „al-Ikhlas“, „al-Falaq“ und „an-Nas“ zur Ruqya rezitiert. Außerdem sagte der Gesandte Allahs:
„Die Sure al-Fatiha ist das Heilmittel für jede Krankheit.“
Der Prophet sagte auch:
„O Allah, Herr der Menschen, Entferner des Leidens, heile (uns)! Du bist der Heiler. Es gibt keine Heilung außer Deiner Heilung. Schenke eine Heilung, nach der keine Krankheit mehr bleibt.“
Heutzutage gibt es viele Menschen, die von Magie, dem bösen Blick oder Dschinn betroffen sind. Man kann sich durch das Rezitieren der morgendlichen und abendlichen Adhkar und durch Ruqya davor schützen. Jeder kann Ruqya für sich selbst durchführen oder einen Imam um Hilfe bitten, der darin erfahren ist. Nach dem Rezitieren ausgewählter Suren und Bittgebete, die vom Propheten (صلى الله عليه وسلم) überliefert sind, wird über den Kranken geblasen.
Wenn jemand vom bösen Blick getroffen wurde und die Person bekannt ist, die den Blick verursacht hat, wird empfohlen, dass diese Person die Waschung vornimmt und der Betroffene mit diesem Wasser behandelt wird. Im Hadith heißt es:
„Wenn einer von euch den bösen Blick auf einen anderen wirft, soll er ihn waschen lassen.“
Wenn festgestellt wird, dass jemand von Magie betroffen ist, sollte man die entsprechenden Verse über Magie wiederholt und vermehrt rezitieren.
Wie oben erwähnt, sind Magie, der böse Blick und der Einfluss von Dschinn Realität. Deshalb sollte ein Muslim zum Schutz regelmäßig die morgendlichen und abendlichen Adhkar rezitieren. Wenn jemand von Magie betroffen ist, sollte er die im Koran erwähnten Verse und die in den Hadithen überlieferten Bittgebete rezitieren und Ruqya für sich selbst durchführen oder sich an einen erfahrenen Imam wenden.
Medet QURMASCHULY
„Iman“-Magazin, Nr. 10, 2023
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